Datenquelle: HYDROMOD — Die dargestellten Pfeile stellen lediglich eine repräsentative Auswahl der
von den numerischen Modellen in erheblich höherer Auflösung berechneten Strömungsfelder dar.
Simulationen mit Ausbreitungsmodellen und dem hier angewendeten Tracer Verfahren, liefern detaillierte und realistische Ergebnisse über die Verdriftung und Vermischung von Wassermassen oder beigemengten Substanzen. Ebenso können mit diesen Verfahren im Wasser
treibende Objekte simuliert werden. Tracermodelle können vereinfacht damit erklärt
werden, dass eine Wassermasse an bestimmten Zeitpunkten und Positionen mit einer
großen Gruppe (Ensemble)
von „Teilchen“ (Tracern) markiert und deren Ausbreitung verfolgt wird.
Den Tracern werden bestimmte Eigenschaften und Verhalten zugeordnet, welche die
simulierten
Wasserinhaltsstoffe modellhaft beschreiben.
Die Verteilung des Ensembles wird im Wesentlichen durch das Strömungsfeld bestimmt.
Sie hängt jedoch auch von einer Vielzahl weiterer Prozesse und Kenngrößen wie
zum
Beispiel Turbulenz, Wassertemperatur, Salzgehalt, bei Driftern an der Oberfläche
auch vom Wind und teils auch von den Teilcheneigenschaften (Stoffeigenschaften)
selbst ab.
Mit Tracersimulationen vergleichbar sind Naturexperimente in welchen eine Wassermasse
mit Farbstoff oder kleinen treibenden Objekten markiert wird und dessen Konzentration
mit aufwendiger Messtechnik verfolgt wird oder die Entwicklung des Farbflecks mittels
Luftaufnahmen verfolgt wird. Solche Messungen sind jedoch sehr teuer und werden daher
nur sehr selten durchgeführt.
Das OMS Ausbreitungsmodell verwendet die von dem lokalen oder regionalen Modell
produzierten Ergebnisse und Daten zur Berechnung der Tracerverteilungen. Die
Variationsmöglichkeiten und
Unterschiede in den Ergebnissen sind praktisch unbegrenzt und eine einzelne oder
wenige Fallstudien und selbst aufwendige Untersuchungen und Ausbreitungskartierungen
sind kaum
repräsentativ. Besonders Tide- und Küstengewässer zeichnen sich durch eine sehr
hohe
zeitliche und räumliche Variabilität der Ausbreitungsprozesse aus. Bereits kleine
Unterschiede in Zeit- und/oder Ort der Markierung führen zu sehr unterschiedlichen
Ergebnissen.
Ebenso sind für Notfälle wie Havarien auf See oder Ladungsverluste deren Eintrittszeit
und -ort nicht vorhersehbar.
Aus diesem Grund kann das Tracermodell im OMS im Bedarfsfall auf Anforderungen
eingesetzt werden, sollten solche Ereignisse eintreten. Im operativen Betrieb
werden die Kenndaten eines solchen
Ereignisses (z.B: Zeitpunkt, Position, Art des Notfalls, Art und Eigenschaften
von ins Wasser
gelangten Substanzen) an das Modellsystem übermittelt und dieses produziert dann
realistische
und ereignisbezogene Vorhersagen. Diese können dann von Leitstellen und Personen
vor Ort als
Entscheidungshilfen verwendet werden.
In der oben dargestellten Fallstudienserie haben wir dies exemplarisch für einen festen
Markierungsort an der Südspitze der Insel Amrum mit verschiedenen Anfangszeiten über
zwei Tage simuliert und dargestellt.
In der obigen Darstellung und Animation sind vier Einzelfälle zusammen dargestellt,
wobei für jeden Einzellfall die Tracer mit unterschiedlichen Farben markiert sind.
Die blauen Teilchen starten zuerst, die roten 3, die lila-farbigen 8 und die gelben
11 Stunden später. Im zeitlichen Verlauf und den Verteilungen der Ensembles kann
man erhebliche Unterschiede erkennen. Auf der rechten Seite sind oben die
korrespondierenden Strömungsgeschwindigkeiten und das Windfeld dargestellt.
Die Animation darunter zeigt die Ausbreitung der Tracer nochmals zusammengefasst.